wg_englisch

14. Oktober 2015
von Birgit Schmidt-Hurtienne
2 Kommentare

Kostenloser Audio-Deutschkurs für Flüchtlinge online

www.welcomegrooves.de

Willkommen in Deutschland!

Deutsch lernen mit den welcomegrooves

Viele freiwillige Helferinnen und Helfer heißen die Menschen, die derzeit in großer Zahl zu uns kommen, herzlich willkommen und versuchen, ihnen den Start in ihr neues Leben bei uns zu erleichtern. Oft sind Sprachschwierigkeiten die erste Hürde, die es beim Kontakt mit den neuen Nachbarn zu überwinden gilt.

Meine Netzwerk-Texttreff-Kollegin Eva Brandecker, die seit 10 Jahren auf die Produktion von Audio-Sprachkursen mit Musik spezialisiert ist (www.thegrooves.de), will die Sprachbarriere mit einem kostenlosen Deutschkurs für Flüchtlinge abbauen. Anfang August schrieb sie Menschen aus ihrem Freundeskreis und Netzwerk an, in der Hoffnung, Hilfe für die Umsetzung ihres Projekts welcomegrooves zu finden. Auch ich stand auf ihrer Liste und habe das Projekt sehr gerne und nach Kräften unterstützt.

Ehrenamtliches Gemeinschaftswerk

Innerhalb kürzester Zeit fanden sich mehr als 70 kreative Helferinnen und Helfer aus den Bereichen Musik, Sprache und Text, Gestaltung, Technik und Social Media zusammen, die für den Audio-Deutschkurs in nur zwei Monaten Kulturtipps und sechs Lektionen mit nützlichen Wörtern und Sätzen für die Basiskommunikation im Alltag der Flüchtlinge entwickelten. Anschließend fanden die Aufnahmen im Tonstudio statt, bei denen dieser kurze Film entstand:

Sechs Lektionen und Kulturtipps

Jetzt stehen die Lektionen kostenlos zum Anhören und Download auf der Website welcomegrooves.de zur Verfügung. Derzeit gibt es bereits Übersetzungen in 16 verschiedene Sprachen. Zum Übersetzerteam gehören u. a. ein Übersetzer aus Lahore, eine Dozentin aus Leipzig, eine Schauspielerin aus Bagdad, die Initiatorin eines Hilfsprojektes in Peru, Journalisten der Deutschen Welle, Mitglieder des Migrantinnen-Netzwerkes Goldrute e. V., Studierende, AutorInnen, MuttersprachlerInnen aus Menschenrechtsorganisationen, Theaterleute, befreundete Flüchtlinge und viele mehr.

So könnte es weitergehen

Ergänzend zum Sprachkurs soll es in der zweiten Phase Schilder mit der Aufschrift welcomegrooves in vielen Sprachen geben. Bibliotheken, Geschäfte oder auch Privatleute können sie ans Fenster kleben und so signalisieren: Hier sind Flüchtlinge willkommen, hier können sie die welcomegrooves kostenlos herunterladen und/oder Lektionen ausdrucken.

»So könnte ein kleines Gespräch entstehen, aber auch eine Einladung zum weiteren Kennenlernen oder auf einen Kaffee«,

hofft Eva Brandecker. Zusammen mit dem bewährten Team hat sie noch mehr Pläne:

»Ich würde gerne mehr Lektionen, zum Beispiel speziell für Kinder oder auch eine erweiterte Variante als App produzieren. Dazu sind wir auf der Suche nach Sponsoren oder Förderungen.«

Dabei würde ich Eva natürlich sehr gerne weiterhin behilflich sein und hoffe deshalb, dass wir für die Weiterentwicklung des Projekts Unterstützung finden.

Wir freuen uns daher sehr über das Teilen und Weitersagen, damit möglichst viele Menschen von den welcomegrooves erfahren und profitieren können!

Mehr über die Entstehung des Gemeinschaftsprojekts ist hier zu finden:
Blog: blog.thegrooves.de
Facebook: facebook.com/thegrooves
Twitter: @thegrooves
Projektdokumentation: Storify.com/deutschlernen-mit-den-welcomegrooves

Bilder und Presseinfos stehen zum Download in der Dropbox bereit.

»Heute geschlossene Gesellschaft« | Bild: PeterFranz / pixelio.de

23. August 2015
von Birgit Schmidt-Hurtienne
Keine Kommentare

Was ist das für ein Phänomen?

»Heute geschlossene Gesellschaft« | Bild: PeterFranz / pixelio.de

Bild: PeterFranz / pixelio.de

„Deutschland, was ist los mit dir?“, fragte meine Netzwerk-Texttreff-Kollegin Susanne Ackstaller Ende Juli in ihrem Blog »Texterella«. Warum ist bei vielen unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger das Mitgefühl für die Menschen abhanden gekommen, die derzeit in Deutschland Zuflucht suchen. Warum wird das Schicksal von Menschen, die in ihrer Heimat um ihr Leben fürchten mussten, weil Krieg herrscht, die diskriminiert und verfolgt wurden, mit Hass und Häme kommentiert?

»Das Boot ist voll.«

Der österreichische Journalist und Nachrichten-Moderator Armin Wolf sieht einen Grund dafür in der Zukunftsangst vieler Menschen, die unter anderem daher rührt, dass das Sicherheitsgefühl der prosperierenden Wachstumsjahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg, das Gefühl, dass die eigenen Lebensumstände sich kontinuierlich verbessern, schon länger passé ist ((Armin Wolf via Facebook, 18. August 2015)):

»Heute haben sehr viele Menschen Angst vor der Zukunft. Fast eine halbe Million ist arbeitslos, wer nicht selbst betroffen ist, kennt jemanden und fast jeder merkt, wie der Druck am Arbeitsplatz steigt. Wer über Mitte 40 ist, macht sich häufig Sorgen um den eigenen Job, auch in Branchen, in denen das früher nicht so war – und vor allem um die Zukunft seiner Kinder. Dass die es mal besser haben werden, ist keineswegs gewiss, in vielen Mittelstandsfamilien sogar eher fraglich. […]

Diese Phase, an die sich viele als so gut und sicher zurückerinnern, war nicht mehr als ein einmaliges historisches Zeitfenster von wenigen Jahrzehnten zwischen ca. 1960 und den frühen 1990ern. Die ärgste Not nach dem Krieg war vorbei, die Wirtschaft wuchs quasi automatisch und die großen Probleme der Welt waren von uns weggesperrt: Hinter dem Eisernen Vorhang im Osten Europas und in den grauslichen Diktaturen Nordafrikas und des Nahen Ostens.

Aber dieses Zeitfenster ist vorbei. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs, der Globalisierung und Digitalisierung der Wirtschaft und zuletzt mit dem ›Arabischen Frühling‹ ist die Geschichte zurückgekehrt.
Die Not im Osten Europas, in Vorderasien und Nordafrika ist nicht mehr hinter Mauern und in Diktaturen eingekerkert, die Menschen dort können sich ebenso frei bewegen wie wir. Sie können sich ein besseres Leben suchen – weg von (Bürger-)Krieg, IS- oder Boko Haram-Terror, neuen Diktatoren und wirtschaftlicher Not.«

Diese Zukunftsängste, die Armin Wolf in seiner sehr klugen und lesenswerten Analyse beleuchtet, sind vielfach sehr real, denn es gibt auch in wohlhabenden europäischen Ländern wie dem unseren Menschen, denen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben kaum noch möglich ist. Gerade deshalb stellen diese Ängste, gepaart mit der Vorstellung, nun auch noch fremde Menschen am eigenen, weniger werdenden Kuchen teilhaben lassen zu müssen, angesichts der dramatischen Situation, die gerade durch immer mehr Zufluchtsuchende in den europäischen Demokratien entsteht, eine große Gefahr dar. Denn sie werden, wie so oft, genährt von Halbwahrheiten und Mythen über Flüchtlinge ((Steffen Dobbert/Nadine Oberhuber, Haben wir wirklich keinen Platz mehr in Deutschland?, Die Zeit, 18. August 2015.)) und finden ihr Ventil in menschenverachtenden Kommentaren – nicht nur, aber vor allem im Internet ((Sascha Lobo, Wie aus Netzhass Gewalt wird und was dagegen hilft, Spiegel Online, 19. August 2015.)) – oder, schlimmer noch, in Angriffen und Brandanschlägen auf Unterkünfte für Asylsuchende.

»Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.« ((Artikel 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland))

Collage „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ aus der Ausstellung „One Billion Rising – So bin ich gegen Gewalt“ von Dürener Schülerinnen und Schülern, 26.1.-16.2.2015, Bürgerbüro Düren

Collage aus der Ausstellung „One Billion Rising – So bin ich gegen Gewalt“ von Dürener Schülerinnen und Schülern, 26.1.-16.2.2015, Bürgerbüro Düren

Für unsere Regierenden scheinen die aktuellen Entwicklungen bisher nicht Anlass genug zu sein, umgehend Lösungen für die akut angespannte Situation zu finden, die vorhandenen Ängste in Teilen der Bevölkerung anzusprechen und zu entkräften und entschieden gegen verbale und tätliche Gewalt und Rassismus gegenüber Flüchtlingen Stellung zu nehmen. Letzteres ist bisher nur aus der Zivilgesellschaft und von wenigen Medien- und Kulturschaffenden zu hören. Hier wäre ein aktives Vorleben der Willkommenskultur, die unsere Politikerinnen und Politiker in Sonntagsreden gerne von der Bevölkerung einfordern, schon erforderlich. Unserer Kanzlerin scheint derweil der Hinweis ausreichend, dass Gewalt »unseres Landes nicht würdig« ((Angela Merkel im ZDF-Interview, 16. August 2015)) sei. Wie sie die zuständigen Behörden bei der Bearbeitung der Asylanträge unterstützen und den Kommunen, Hilfsorganisationen und Ehrenamtlichen, die sich vor Ort um die Zufluchtsuchenden kümmern, helfen möchte, war bisher nicht zu vernehmen. Dabei liegt auf der Hand, was Deutschland jetzt tun sollte ((Anja Reimann, Was Deutschland jetzt tun sollte, Spiegel Online, 21. August 2015)). Und: Es ist dringend, liebe Frau Merkel! ((Liebe Frau Merkel – es ist dringend!, Offener Brief von Tanja Finke-Schürmann, Fragologie.de, 20. August 2015))

Es ist auch deshalb so dringend, weil wir es bei der zunehmend gewalttätigen Stimmung gegenüber Flüchtlingen überdeutlich mit einem alten Bekannten zu tun haben: mit demselben Phänomen, das zuletzt die deutsche Gesellschaft der Generation unserer Großmütter und Großväter vergiftete und im Zweiten Weltkrieg mündete. Dem Phänomen von Ausgrenzung, Fremdenhass und Faschismus, wie es bereits vor Jahrzehnten eindrucksvoll von Hanns Dieter Hüsch beschrieben wurde ((Hanns Dieter Hüsch, Das Phänomen (Textfassung) )):

Seine abschließende Aufforderung sollten wir uns heute (wieder) mehr denn je zu Herzen nehmen:

»[…] Lasst keinen kommen der da sagt / Dass ihm dein Spielfreund nicht behagt
Dann stellt euch vor das Türkenkind / dass ihm kein Leids und Tränen sind
Dann nehmt euch alle an die Hand / Und nehmt auch den, der nicht erkannt
Dass früh schon in uns allen brennt / Das, was man den Faschismus nennt
Nur wenn wir eins sind überall / Dann gibt es keinen neuen Fall
Von Auschwitz bis nach Buchenwald / Und wer’s nicht spürt der merkt es bald
Nur wenn wir in uns alle sehn / Besiegen wir das Phänomen
Nur wenn wir alle in uns sind / Fliegt keine Asche mehr im Wind«

»Es kann manchmal so einfach sein.« ((Klaus Kleber am 12. August 2015 im heute journal zur Willkommensgeste eines Busfahrers.))

Es ist an der Zeit, uns an die Hand zu nehmen und Stellung zu beziehen. Sei es mit veröffentlichten Worten, wie in der Aktion »Blogger gegen Flüchtlingshass« von Susanne Ackstaller oder durch Gespräche, in denen Fremdenhass mit Argumenten begegnet wird ((Pro Asyl: Fakten gegen Vorurteile)).

Wie kann ich helfen?

Wer konkret helfen möchte, findet im Blog www.wie-kann-ich-helfen.info von Birte Vogel, einer weiteren Netzwerk-Texttreff-Kollegin, sicher eine passende Hilfsidee. Dieses ehrenamtlich betriebene Blog ist das erste und einzige umfangreiche Informationsportal zu Hilfsprojekten für Flüchtlinge in ganz Deutschland und stellt nicht nur Links, sondern auch umfangreiche Informationen zu den Projekten zur Verfügung.

Bloggeraktion für Flüchtlinge #bloggerfuerfluechtlinge

Kolleginnen und Kollegen von der bloggenden Zunft können sich an der Fundraising-Aktion »Blogger für Flüchtlinge« beteiligen, die Spenden für den Berliner Verein »Moabit hilft« sammelt. Mehr Informationen dazu gibt es u. a. im Blog von Nico Lumma, der die Aktion mit ins Leben gerufen hat: Blogger für Flüchtlinge – macht mit!

Welcome Grooves – Deutsch lernen mit Musik für Flüchtlinge

Und um der Frage zuvorzukommen, wie ich selbst mich denn für Flüchtlinge engagiere:

Gemeinsam mit der Sprachkurs-Produzentin Eva Brandecker – richtig geraten: auch sie ist eine Kollegin aus dem weltbesten Netzwerk Texttreff – arbeite ich derzeit in einer Crowdsourcing-Aktion gemeinsam mit mehr als 60 Kreativen aus den Bereichen Übersetzung, Text und Medien am Audio-Deutschkurs mit Musik »Welcome Grooves«, der Ende September zum kostenlosen Download im Internet angeboten wird. Dieser Kurs ist als freundlicher Willkommensgruß und Erleichterung der Anfangskommunikation gedacht und soll die Lücke zwischen der Ankunft der Flüchtlinge und organisierten Deutschkursen schließen. Mehr über dieses Projekt findet ihr im Blog von The Grooves () und im Storify zur Projektdokumentation: #Deutschlernen mit den #WelcomeGrooves.

»Gebt jetzt ein Zeichen, ein Signal.«

Die durch Flüchtlingsströme und Zuwanderung enstehenden Aufgaben können nur von uns allen gemeinsam bewältigt werden. Deutschland wird als »sicherer Hafen« angesteuert, weil wir hier in einer friedlichen Demokratie leben. Das ist ein Privileg, aber keine Garantie dafür, dass das für immer so bleibt. Jetzt aber, wo wir Flüchtlingen vorübergehend oder auch für längere Zeit Schutz bieten können, sollten wir genau das tun und die Menschen, die jetzt auf unsere Hilfe angewiesen sind, bei uns willkommen heißen und ihnen ein Signal geben, dass ihr Schicksal uns berührt. Ein Zeichen von Mitgefühl und Menschlichkeit und sei es nur ein Lächeln. Wir sollten jetzt hinsehen und helfen, wo Hilfe gebraucht wird.

»Nur wenn wir in uns alle seh’n, besiegen wir das Phänomen.«

21. Mai 2015: Der Deutsche Kulturrat organisiert einen Tag gegen TTIP

21. Mai 2015
von Birgit Schmidt-Hurtienne
Keine Kommentare

Deutscher Kulturrat ruft auf zum Aktionstag gegen TTIP

21. Mai 2015: Der Deutsche Kulturrat organisiert einen Tag gegen TTIP

21. Mai 2015: Der Deutsche Kulturrat organisiert einen Tag gegen TTIP

»Kulturelle Vielfalt trägt zur Förderung der menschlichen Entwicklung zu Gunsten gegenwärtiger und künftiger Generationen bei.«

Davon ist die Generalversammlung der Vereinten Nationen überzeugt und rief im Jahr 2001 den 21. Mai zum UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt aus, an dem das öffentliche Bewusstsein für kulturelle Vielfalt gestärkt und die Werte kultureller Vielfalt besser verständlich gemacht werden sollen.

Der Deutsche Kulturrat sieht die kulturelle Vielfalt in unserem Land durch das derzeit im Geheimen zwischen der EU und den USA verhandelte Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP allerdings akut gefährdet. Deshalb hat er für den heutigen Tag zum Aktionstag gegen TTIP aufgerufen. Dazu der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann:

»Die Menschen wollen endlich wissen, ob TTIP, das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA, denn wirklich sinnvoll ist und welche Auswirkungen auf ihr Leben zu erwarten sind. Gerade der Kulturbereich ist sensibilisiert. Beim heutigen Aktionstag wird bundesweit informiert, diskutiert und protestiert. TTIP-Kritiker wie TTIP-Befürworter kommen zu Wort. TTIP schadet der kulturellen Vielfalt in Europa nachhaltig. Noch ist Zeit diesen Irrweg zu verlassen und vernünftige internationale Handelsvereinbarungen zu treffen, die die kulturelle Vielfalt nicht bedrohen und die den Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern eine lebenswerte Zukunft eröffnen. Es geht also um viel, am heutigen Aktionstag und danach.«

Mit Kultur kann und sollte nicht wie mit anderen Konsumgüter gehandelt werden. Darauf hat auch bereits die Deutsche Orchestervereinigung am 4. Mai lautstark hingewiesen:

Mehr Informationen zum Aktionstag des Deutschen Kulturrats und über die Auswirkungen von TTIP auf die Kultur sind hier zu finden:

 

 

30. September 2014
von Birgit Schmidt-Hurtienne
2 Kommentare

Kultur und Social Media beim stARTcamp Köln 2014

sckZum vierten Mal fand am 27. September das stARTcamp Köln – Barcamp ((Was ist ein Barcamp? Einfach erklärt! bei YouTube [01:35])) für Künstler, Kultureinrichtungen & Kreative (#sck14) statt. Sabine Haas und Rouven Kasten von der result gmbh hatten die Organisation des Kölner Ablegers der stARTconference aus den bewährten Händen der Herbergsmütter Anke von Heyl, Wibke Ladwig und Ute Vogel übernommen, die in den vergangenen Jahren kreative Köpfe aus Kunst und Kultur zur »Unkonferenz« in der Rheinmetropole zum gemeinsamen Lernen, Brainstormen, Basteln und zum abschließenden Social Singing zusammengebracht hatten.

Flauschrausch am Rhein

Unter dem Motto #flauschrausch fanden sich in der Kölner Macromedia Hochschule in diesem Jahr rund 120 Wissbegierige aus der Kultur- und Kreativbranche ein. Zum diesjährigen Slogan schrieb Rouven Kasten im Vorfeld:

»Der sogenannte #Flausch war schon immer ein wichtiger Aspekt der vergangenen Kölner Camps, oder liebevoller gesagt: Das Netzwerken ist essenzieller Bestandteil. Dieser soll aber nicht die hochkarätigen Vorträge rund um das Thema ›Social Media für Kunst, Kultur und Kreative‹ in den Schatten stellen, sondern wie üblich die besondere Kölner Note ins Spiel bringen.«

Rouven Kasten und Sabine Haas bei der Eröffnung des #sck14

Der Spagat, einen professionellen Wissens- und Erfahrungsaustausch in flauschiger Atmosphäre mit lockerem Umgangston zu ermöglichen, ist dem neuen stARTcampKöln-Orgateam problemlos und perfekt (bis hin zur Auswahl des vorzüglichen und zuvorkommenden Catering-Services) gelungen. Bei der abschließenden Feedback-Runde zeigten sich sowohl erfahrene stARTcamp-Hasen wie auch die zahlreichen Barcamp-Newbies gleichermaßen begeistert.

Breites Themenspektrum

Aus den bereits im Vorfeld eingereichten Session-Vorschlägen enstand ein vielfältiges Session-Angebot, das von »Vine dich in den #Flauschrausch«, »Witzig in 140 Zeichen« und »Bloggen auf See« über Sessions zu Crowdfunding, Storytelling und Social-Media-Komposition bis hin zu Smart Places, Social TV Show und Whiskey-Tasting für jeden Geschmack etwas bereithielt ;-)
weiterlesen

11. September 2014
von Birgit Schmidt-Hurtienne
Keine Kommentare

Bei Orchestrasfan im Interview: Was macht eigentlich eine Notenkorrektorin?

»In einer losen Folge möchte ich Berufe und Funktionen ›hinter dem Orchester‹ vorstellen. Denn ohne sie gäbe es kein Programm(-heft), keine Notenständer auf der Bühne, keine Radioübertragung und auch manch Anderes nicht.«

Mit dieser Absicht startete Ulrike Schmid in ihrem Blog Orchestrasfan die Reihe »Was macht eigentlich …«, in der sie bereits den Dramaturgen und Orchestervorstand des hr-Sinfonieorchesters zu ihren Aufgaben interviewt hat.

Was macht eigentlich eine Notenkorrektorin?

Orchesterstimmen einrichten | Foto: WDRSOfan

Orchesterstimmen einrichten | Foto: WDRSOfan

In der aktuellen Folge war ich an der Reihe der Befragten und habe ihr unter anderem erzählt, was alles passiert, bevor das Notenmaterial beim Sinfonieorchester auf den Pulten landet, sprich was es mit dem sogenannten Einrichten von Orchesterstimmen auf sich hat. Zunächst wollte Orchestrasfan aber wissen:

»Was muss ich mir unter Notenkorrektorat und Notenkopistentätigkeit vorstellen?
Unter dem Begriff Notenkopistentätigkeiten sind Arbeitsschritte zusammengefasst, die erforderlich sind, um Notenmaterial zu erstellen und/oder für ein Konzert spielbar zu machen. Dazu gehört – ganz im wörtlichen Sinn – das Kopieren von Noten, aber auch das Korrigieren von Fehlern und das sogenannte Einrichten von Orchestermaterial, bei dem unter anderem die Spielanweisungen des jeweiligen Dirigenten in jede Stimme eingetragen werden.

Die Kopistentätigkeiten stammen aus Zeiten, in denen es keine andere Möglichkeit der Vervielfältigung von Literatur oder Noten gab, als sie mit der Hand abzuschreiben. Eine Sinfonie von Mozart konnte zum Beispiel nur aufgeführt werden, wenn die Stimmen für die einzelnen Musiker zuvor aus der Partitur herauskopiert, sprich abgeschrieben, wurden.«

Interview

Wer mehr erfahren möchte, hier gibt es das ganze Interview zu lesen:
„Was macht eigentlich eine Notenkorrektorin?“ – Interview von Orchestrasfan mit Musikwissenschaftlerin Birgit Schmidt-Hurtienne alias WDRSOfan.

8. September 2014
von Birgit Schmidt-Hurtienne
6 Kommentare

Kunstvermittlung 2.0: Die Einsatzmöglichkeiten von Social Media im Orchester

Mein Beitrag in „Kunstvermittlung 2.0“: „Die Einsatzmöglichkeiten von Social Media im Orchester“ – das hr-Sinfonieorchester hat sie bereits erfolgreich erprobt (Foto: hr/Ben Knabe)

Mein Beitrag in Kunstvermittlung 2.0: Die Einsatzmöglichkeiten von
Social Media im Orchester
– das hr-Sinfonieorchester (Foto: hr/Ben Knabe) hat sie bereits
erfolgreich erprobt

Im November 2013 fand an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) das 4. Viadrina Kulturmanagement Symposium zum Thema Kunstvermittlung 2.0: Neue Medien und ihre Potenziale statt. An den beiden Veranstaltungstagen wurden die mit den Neuen Medien verbundenen Möglichkeiten für die Vermittlungsarbeit von Kultureinrichungen diskutiert und auf ihre Eignung für die Gewinnung, Entwicklung und Bindung von Besucherinnen und Besuchern beleuchtet.

Nun ist ein gleichnamiger Herausgeberband erschienen:

»Die in diesem Buch versammelten Beiträge greifen nicht nur die wichtigsten Erkenntnisse dieser Veranstaltung auf, sondern vertiefen bestimmte Fragestellungen und weisen auf weitere wichtige Aspekte im Zusammenhang mit diesem aktuellen Thema hin«,

so die Herausgeberinnen Andrea Hausmann und Linda Frenzel im Vorwort (einzusehen hier, Inhaltsverzeichnis s. u.).

Zu diesem aktuellen Kompendium durfte ich den Beitrag »Die Einsatzmöglichkeiten von Social Media im Orchester« beisteuern, in dem ich anhand von Best-Practice-Beispielen das Potenzial und die erfolgreiche Nutzung sozialer Medien zur Vermittlung der Arbeit im Orchester vorstelle.

Entdecke die Möglichkeiten: Social Media im Orchester sinnvoll nutzen

Anhand vieler positiver Anwendungsbeispiele zeige ich das enorme Potenzial auf, das im sinnvollen Einsatz der Neuen Medien besteht – vor allem darin, reale Ereignisse zu schaffen, über die via Social Media gesprochen und interagiert werden kann.

weiterlesen

17. März 2014
von Birgit Schmidt-Hurtienne
2 Kommentare

Meine Stadt von A bis Z: Düren

Meine Namenscousine und Texttreff-Kollegin Birgit Ebbert hat eine Blogparade zum Thema »Meine Stadt von A bis Z« gestartet und ruft dazu auf, die eigene oder eine beliebige Stadt von A bis Z darzustellen. Auch wer kein eigenes Blog hat, kann bei der Blogparade mitmachen, alle Infos dazu findet ihr hier im Ursrpungsbeitrag in Birgits Blog.

Bis zum 30. April sammelt sie dort alle Beiträge, die sie anschließend zu einem E-Book-Reiseführer zusammenfassen will. Eventuelle Verkaufserlöse will sie an eine gemeinnützige Organisation spenden, die mit A bis Z zu tun hat.

Ich finde diese Idee sehr charmant, und da mir das A und Z für meine Heimatstadt Düren sofort einfielen, steuere ich das Düren-ABC gerne bei:

Düren von A bis Z

thisisDN

………………………………………………………………………………

Fotos: Wikimedia Commons
Foto-Credits:
Annakirche: Rudolf Schwarz (CC BY-SA 3.0)
Schloß Burgau: MSchnitzler2000 (CC BY-SA 3.0)
Muttergotteshäuschen Zauberfee88 (gemeinfrei)
Rathaus: Norbert Schnitzler (CC BY-SA 3.0)
Leopold-Hoesch-Museum: Hans Peter Schaefer (CC BY-SA 3.0)
Annakirmes: Jörg Henke (CC BY-SA 3.0)

4. Februar 2014
von Birgit Schmidt-Hurtienne
Keine Kommentare

Württembergisches Kammerorchester Heilbronn jetzt auch mit Blog

Blog Württembergisches Kammerorchester Heilbronn

Das neue Blog des Württembergischen Kammerorchester Heilbronn

Mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn bereichert eine neue »klassische Stimme« die Blogosphäre. Nachdem das Orchester bereits mit einer Facebook-Seite und seinem YouTube-Kanal im Social Web vertreten war, sind nun neu das WKO-Blog und der Twitter-Account hinzugekommen.

Die Arbeit an diesem Projekt, das ich in Kooperation mit Ulrike Schmid aus der Taufe heben durfte, hat mir sehr viel Freude bereitet. Genausoviel wünsche ich dem WKO-Social-Media-Team beim Befüllen des Blogs, in dem

»Nachrichten aus dem vollen Terminkalender des Orchesters, Impressionen von den Tourneen, bemerkenswerte Sätze (oder eigenartige Stilblüten) aus der Presse, Neuigkeiten aus der Musikwelt, […] Aktivitäten der WKO-Musiker und und und«

zu finden sein werden.

 

17. Januar 2014
von Birgit Schmidt-Hurtienne
Keine Kommentare

Zum Todestag der siamesischen Zwillinge Chang und Eng Bunker

800px-Bunker_Grave

Grab der siamesischen Zwillinge Chang und Eng Bunker in North Carolina, USA

Bei der Arbeit an der Länderdokumentation »Thailand 151« von Thielo Thielke (Conbook Verlag) sind sie mir erstmals ganz bewusst begegnet: die siamesischen Zwillinge Chang und Eng Bunker, nach denen die Doppelfehlbildung benannt wurde.

Natürlich wusste ich von ihrer Existenz, aber dass die beiden in der Körpermitte miteinander verwachsenen Brüder grundverschiedene Charaktere waren, ein Schwesternpaar heirateten und elf Kinder hatten, war mir bis dahin nicht bekannt.

Das Portal Little-Thailand.de erinnert heute mit dem ihnen gewidmeten Buchkapitel an das ungewöhnliche Leben der Zwillinge, die heute vor 140 Jahren gestorben sind.

Nachzuhören ist ihre bewegende Geschichte auch im heutigen Zeitzeichen auf WDR 5, in dem Andrea Kath auf sehr einfühlsame Weise versucht, sich in die Brüder hineinzuversetzen, die Leben und Tod auf engste Weise gemeinsam verbringen mussten.

20. Dezember 2013
von Birgit Schmidt-Hurtienne
Keine Kommentare

»Es wird Weihnachten!«

Zeit, allen zu danken, die mich auf meinem beruflichen Weg im vergangenen Jahr begleitet haben und jetzt wahrscheinlich auch in den letzten Vorbereitungen für die Feiertage stecken. Vielleicht sogar von Kuchenduft umweht und mit goldlackiertem Daumennagel, wie Theodor Storm.

Mit einem seiner Weihnachtsgedichte verabschiede ich mich in die Weihnachtsferien und wünsche allen frohe Festtage!

»Es wird Weihnachten!
Mein ganzes Haus riecht schon nach braunem Kuchen – versteht sich nach Mutters Rezept –,
und ich sitze sozusagen schon seit Wochen im Scheine des Tannenbaums.
Ja, wie ich den Nagel meines Daumens besehe, so ist auch der schon halbwegvergoldet.«

Frohe Weihnachten

Fröhliche Weihnachten! Foto: Birgit Schmidt-Hurtienne