3. Juni 2013
von Birgit Schmidt-Hurtienne
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Eisprinzessin: Ein Kriminalroman vom Feinsten

Lisa Graf-Riemann: Eisprinzessin, Oberbayern Krimi, Emons 2013

Lisa Graf-Riemann: Eisprinzessin, Oberbayern Krimi, Emons 2013

Vor zwei Jahren ließ Lisa Graf-Riemann ihren Kommissar Stefan Meißner am Ende ihres zweiten Oberbayern Krimis Donaugrab mit seiner Ex-Freundin im Kreißsaal zurück und uns im Unklaren, welchen Lauf sein Schicksal nehmen würde. Nicht zuletzt deshalb wartete die treue Leserschaft bereits auf den dritten Fall des Ingolstädter Kriminalen, denn das komplizierte Privatleben dieses lonely wolf spielte schon eine nicht unerhebliche Rolle, als er im Fall der schönen Leich, Graf-Riemanns spannendem Krimi-Debüt, ermittelte und spannt so einen Bogen zwischen den einzelnen Teilen der jetzigen Trilogie. Es sind diese privaten Verstrickungen des Protagonisten, die ebenso spannend zu verfolgen sind wie die Kriminalfälle, bei denen der Herr Kommissar allerdings über einen weit besseren Instinkt verfügt als beim Umgang mit dem weiblichen Geschlecht.

Kommissar Meißners dritter Fall

In der Eisprinzessin blickt Graf-Riemann hinter die Fassade einer Ingolstädter Unternehmerfamilie und lässt diese Fassade Stück für Stück bröckeln. »Unter jedem Dach gibt’s ein Weh und Ach« – so auch in der Familie der ehemaligen Eisprinzessin Charlotte. Als Kind konnte die Tochter eines Kühlhausbesitzers ihr Zimmer im villenartigen Zuhause regelmäßig mit Eislauf-Pokalen dekorieren und nun, als verheiratete Frau, ist sie plötzlich verschwunden. Freiwillig oder unfreiwillig? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Die ihres Vaters, Bruders und ihres unstandesgemäßen Ehemannes, aber auch die des Kommissars Meißner und seines neuen übereifrigen – und noch dazu »frängischen« – Kollegen, der sich des Falls in Rambo-Manier bemächtigt. Sehr eindrücklich schildert Graf-Riemann die Verstrickungen der einzelnen Familienmitglieder, während die Ereignisse fortschreiten und sich die Geschichte erst nach und nach zum Kriminalfall entwickelt. Spannend ist dabei auch der »Wettlauf« der Kommissare um die Lösung und die Gunst der gemeinsamen Kollegin Marlu.

Graf-Riemann legt erneut meisterlich Fährten, mit denen sie ihre Ermittler und Leserschaft immer wieder auf die falsche Spur lockt. Sie ist eine sehr genaue Beobachterin und Kennerin von Land und Leuten und lässt in ihrer ganz eigenen bilderreichen Sprache die Welt ihrer Figuren entstehen. Der Wechsel zwischen den realistischen und genauen Darstellungen der Außen- und (kriminalistischen) Alltagswelt und der teils von einer melancholischen Poesie durchdrungen Schilderungen der Innenwelt ihrer Charaktere macht für mich das Reizvolle an Graf-Riemanns Kriminal-Romanen aus.

»Fleißiges Lieschen« ;-)

Dass die Autorin seit Kommissar Meißners zweitem Fall keineswegs untätig war, klingt in der Eisprinzessin ebenfalls an. Eine kurze augenzwinkernde Erwähnung findet nicht nur das Hirschgulasch, das sie mit Ottmar Neuburger zwischenzeitlich zu einem hochfeinen und -spannenden Kriminalroman angerichtet hat. Auch ihre Arbeit an der Länderdokumentation Spanien 151 fand ihren Niederschlag im jüngsten Werk, wo Kommissar Meißner am Ende typisch spanische, namenlose Klingelschilder kennenlernt. Eine von vielen überraschenden Wendungen, welche die Eisprinzessin zu einer sehr anregenden Lektüre machen.

PS: Wer die ersten Bände der Trilogie nicht kennt, kann inhaltlich problemlos beim dritten Fall einsteigen, hat aber natürlich dennoch etwas verpasst ;-)

tl;dr

Spannend, geistreich geschrieben, in einem Rutsch durchgelesen, sehr empfehlenswert.

***

Lisa Graf-Riemann
Eisprinzessin
Oberbayern Krimi
Broschur, 224 Seiten
Emons Verlag Köln, 2013
ISBN 978-3-95451-072-6
9,90 Euro

4. Dezember 2012
von Birgit Schmidt-Hurtienne
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Wie Orchester Twitter sinnvoll nutzen können

Es gibt für Orchester viele Möglichkeiten, den Microblogging-Dienst Twitter sinnvoll für sich zu nutzen. Orchester aus dem angelsächsischen Raum kommunizieren schon längst äußerst erfolgreich über diesen Kanal mit ihrem Publikum und lassen es mit besonderen Aktionen hinter die Kulissen blicken.

BBCPhilharmonic on tour

So twitterten zum Beispiel verschiedene Orchester- und Managementmitglieder des BBC Philharmonic Orchestra während einer Tournee des Orchesters, um dem Publikum die Tournee-Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven zu schildern (hier ein Bericht und ein Interview zur Aktion im Blog »Kultur 2.0«).

LSO on tour 1912

@LSOontour1912

@LSOontour1912, der historische Tournee-Twitter-Account des London Symphony Orchestra

Das London Symphony Orchestra ließ im Frühjahr seine erste Amerika-Konzerttournee aus dem Jahre 1912, die es glücklicherweise doch nicht mit der Titanic angetreten hatte, 100 Jahre später über den Twitter-Account @LSOontour1912 nochmals Revue passieren. Die Tweets stammten aus dem Tournee-Tagebuch eines Kollegen, durch dessen Beschreibungen die Tournee auf einzigartige Weise nochmals zum Leben erweckt und von vielen Interessierten verfolgt wurden.

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24. November 2012
von Birgit Schmidt-Hurtienne
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Kulturportal livekritik.de startet Crowdinvesting-Kampagne

Für Hotels, Restaurants oder Konsumgüter haben sie sich längst etabliert: Bewertungsplattformen im Internet. Wie sinnvoll und wertvoll wäre es, dachten sich die Gründer Rod Schmid und Sebastian Hermann, wenn es auch eine Online-Plattform in Deutschland gäbe, die Berichte und Besucherrezensionen über kulturelle Veranstaltungen, wie Theater, Konzert, Tanz oder Lesung bündelt und damit zur Kulturteilhabe und zum Kulturaustausch anstiftet.

Bewertungs- und Kommunikationsportal für Kultur

www.livekritik.deSeit Juni 2012 bietet das Portal livekritik.de diese Möglichkeit. Es ist ein unabhängiges Bewertungs-und Kommunikationsportal, bei dem man Rezensionen für Theater, Konzerte, Shows, Ausstellungen, Lesungen und Kinderveranstaltungen finden kann. Auf der Online-Plattform kann sich jeder Kulturbegeisterte kostenlos anmelden und zum Rezensenten werden, sich über Meinungen und Daten aktueller Kulturveranstaltungen informieren und austauschen.

Darüberhinaus bietet  livekritik.de kleinen, regionalen und individuellen kulturellen Veranstaltungen und Akteuren eine zeitgemäße Plattform. Auch Ulrike Schmid und ich nutzen livekritik.de bereits für die regelmäßige Ankündigung unserer Kultur-Tweetups »KultUp – Tweet up your cultural life!«

Von allen für alle

Um den vielversprechenden Beginn ihrer Arbeit fortsetzen zu können, hat livekritik.de nun eine Crowdinvesting-Kampagne gestartet:

»Mit der Kraft der Crowd soll insgesamt eine Finanzierung von 100.000 Euro für livekritik.de erzielt werden. Damit möchten die Gründer Rod Schmid und Sebastian Hermann ihr Kulturportal weiter vorantreiben und livekritik.de-Nutzer nicht wie bisher nur inhaltlich integrieren, sondern ihnen auch die Möglichkeit bieten, über Companisto selbst Teilhaber zu werden und so aktiv am Erfolg des Portals mitzuwirken.«

Bisher finanziert sich livekritik.de unter anderem durch die Landesförderung »Gründung Innovativ« sowie durch Eigenkapital.

Mitdenken, mitmachen, mitfinanzieren

livekritik.de verfolgt mit dem Aufruf zur Schwarmfinanzierung konsequent den Gedanken weiter, dass das Portal vom Mitdenken und Mitmachen der Nutzenden lebt:

»[...] livekritik.de [ist] nicht unser Projekt, sondern Euer Projekt [...]. Es lebt von Euren Rezensionen, Bewertungen, Ausführungen – es lebt von Eurer Begeisterung über Kultur – egal, ob es sich um die Kleinkunst oder das Rockkonzert im Nachbarort oder die Deutsche Oper in Berlin handelt.«

Wer sich als Mikro- oder Makro-Investor beteiligen möchte, kann und sollte jetzt einsteigen und die Kampagne von livekritik.de bei companisto unterstützen. Eine Investition ist bereits ab einem Betrag von 5 Euro möglich. Auf der Kampagnenseite sind ausführliche Informationen zum Projekt zu finden. Erfreulicherweise sind in den ersten Tagen bereits über 15.000 Euro investiert worden.

Ich wünsche livekritik.de weiterhin viel Erfolg und hoffe auf rege Beteiligung!

12. September 2012
von Birgit Schmidt-Hurtienne
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Getwitter aus dem Sendesaal des Hessischen Rundfunks

hr-Sinfonieorchester Foto: hr/Anna Meuer/Tim Wegner

hr-Sinfonieorchester Foto: hr/Anna Meuer/Tim Wegner

Eine ganz besondere „Übertragung“ aus dem hr-Sendesaal steht am Sonntag, dem 16. September 2012, beim Tag der offenen Tür der hr-Orchester auf dem Programm: Die Teilnehmer des fünften Frankfurter Tweetup „KultUp“ werden den Musikerinnen und Musikern des hr-Sinfonieorchesters von 11-12:15 Uhr über die Schulter schauen und ihre Beobachtungen und Eindrücke twittern. Bei der öffentlichen Probe erleben daher nicht nur die Besucher im Saal, wie das hr-Sinfonieorchester mit dem Dirigenten José Luís Gómez die sinfonische Dichtung „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ von Richard Strauss erarbeitet und zum Erklingen bringt.

Interaktion erwünscht

Als Innovation in der deutschen Orchesterlandschaft vermittelt das hr-Sinfonieorchester während der öffentlichen Probe nicht nur dem Publikum im hr-Sendesaal einen Eindruck von seiner Arbeit. Mit dem Tweetup „KultUp“ erweitert es seinen Aktionsradius in den digitalen Raum und bietet allen Interessierten die Möglichkeit zum Dialog. Nutzer des Microblogging-Dienstes Twitter können die Probe und Aufführung in Echtzeit miterleben (Hashtag #kultup). Das Orchestermanagement wird den „KultUp“ moderieren und über den Twitter-Account @hronline Fragen zur Musik und zum Orchester beantworten.

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29. Juli 2012
von Birgit Schmidt-Hurtienne
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manomama sucht Maschinenpaten

»Crowdfunding: Brauchen wir noch Banken?« ist der Beitrag überschieben, den ich vor etwas mehr als einem Jahr hier veröffentlicht habe. Anlass für den Beitrag war u. a. eine Bemerkung von Stéphane Hessel, die er in einem von der ZEIT dokumentierten Gespräch mit Richard David Precht äußerte und die ich hier noch einmal wiederholen möchte:

»Aber es entsteht Neues, wenn Produzenten und Konsumenten zusammenkommen und sagen: Wir brauchen keine Bank, wir können uns gegenseitig helfen. [...] Brauchte es dafür einen neuen Menschen? Oder könnte es derselbe Mensch sein, der sich selbst und die anderen anerkennt?« [Die Zeit, »Wir brauchen einen neuen Aufbruch!«, 1.6.2011, S.58]

Es entstand Neues

Der Anlass, den heutigen Beitrag zu schreiben, ist unerfreulich und erfreulich zugleich. In höchstem Maße unerfreulich sind die Erfahrungen, von denen die Augsburger Unternehmerin Sina Trinkwalder berichtet. Sie hat mit ihrem Unternehmen manomama zwar bewiesen, dass am totgesagten Textilstandort Augsburg erfolgreich öko-soziale Kleidung produziert werden kann und dort in kürzester Zeit mehr als 50 Arbeitsplätze geschaffen. Allerdings ohne Unterstützung von Banken und Politik, von denen sie sagt: »Ich habe es nicht dank ihnen geschaftt, sondern trotz ihnen« [SZ, 20.7.2012]. In höchstem Maße unerfreulich ist auch, dass ihr unternehmerisches Credo »Es geht nicht um Gewinne, sondern um Arbeit für Menschen« [ebd.] nach wie vor von Banken und Politik belächelt wird. In höchstem Maße unerfreulich ist zudem, dass sie zwar mit Preisen überhäuft wird, ihr aber die notwendigen Förderungen und Kredite zur Anschaffung weiterer Maschinen und zur Schaffung weiterer Arbeitsplätze nach wie vor verweigert werden.
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19. Juli 2012
von Birgit Schmidt-Hurtienne
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Meet & Tweet: Bloggertreffen und KultUp zur Jeff-Koons-Ausstellung in Frankfurt

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt will’s wissen:

»Welche Bedeutung haben Blogs im Kunst- und Kulturbereich? Treten Blogs nach und nach aus dem Schatten etablierter Kunstmagazine hervor? Wie können sich Kunst- und Kulturinstitutionen besser mit Bloggern vernetzen?«

Die letzte Frage hat die Schirn mit ihrer Einladung zum Bloggertreffen »Meet-up. Tweet-up. Koons-up« am 26. Juli im Grunde schon beantwortet: Der simpelste Weg ist, man lernt sich kennen und redet miteinander. Das funktioniert auch mit Bloggern aus »der Netzgemeinde«, die – entgegen landläufigen Klischees – Kontaktpflege nicht ausschließlich virtuell, sondern sehr gerne auch »im richtigen Leben« betreiben.

Außer Begegnung und Austausch stehen ab 13 Uhr 30 Impulsvorträge von Mercedes Bunz und Matthias Planitzer auf dem prall gefüllten Programm, das zudem noch eine Führung durch die Schirn-Ausstellung »Jeff Koons. The Painter« und einen KultUp für Jeff Koons zu bieten hat.

KultUp – Tweet up your cultural life!

Anlässlich der Doppelausstellung »Jeff Koons. The Painter & The Sculptor« findet die dritte Ausgabe der Frankfurter Kultur-Tweetups erstmals an zwei Orten – in Schirn und Liebieghaus – gleichzeitig statt. An diesen Twitter-Führungen können nicht nur die anwesenden Blogger teilnehmen, sondern alle Interessierten, die ein Smartphone oder einen Tablet-PC besitzen und über die Führungen twittern (Hashtag #kultup). Selbst Zaungäste können den kulturellen Social-Media-Event auf einer Twitterwall verfolgen.

KulUp im MMK Frankfurt

KultUp im MMK Frankfurt | Foto: MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt

Wer mehr über Twittern im Museum und KultUp erfahren möchte: In meinem Beitrag »Wie aus kurzen Nachrichten lange Freundschaften entstehen« für das Schirn-Magazin stelle ich die Social-Media-Events vor.

Es sieht so aus, als würde ich am 26. Juli einen ereignisreichen Tag in Frankfurt erleben. Ich bin schon sehr gespannt!

5. April 2012
von Birgit Schmidt-Hurtienne
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Kulturwirtschaftswege unterstützt die stARTconference 2012

Foto: Daniel Stricker | pixelio.de

Das Meer — seit ewigen Zeiten weckt es im Menschen die Sehnsucht, sich auf den Weg zu machen und zu erkunden, was es hinter dem fernen Horizont zu entdecken gibt. Was es auf dem weiten Meer des Social Web für Kultureinrichtungen und Kulturschaffende zu entdecken gibt, können Interessierte seit 2009 auf der jährlich stattfindenden Duisburger stARTconference erfahren.

Die stARTconference 2012 wird am 14./15. Juni bereits zum vierten Mal Menschen aus den Bereichen Kultur und Social Web zusammenbringen, die sich an den beiden Konferenztagen austauschen sowie voneinander und miteinander lernen wollen. Anlässlich des 500. Geburtstags des Kartografen Gerhard Mercator segelt die stART12 unter dem Motto »Navigare«:

»Das Web als Ozean der Möglichkeiten birgt für uns noch viele Geheimnisse. Als Nutzer des Social Web ähneln wir heute wohl eher Christoph Columbus als dem Kapitän eines modernen Containerschiffs. Technik, Software und Konzepte sind noch viel zu neu, zu unübersichtlich und zu sehr im Wandel, um bereits auf Patentrezepte zurückgreifen zu können. Wenn wir ehrlich sind, wissen wir noch nicht einmal, dass es ›Indien‹ überhaupt gibt. Geschweige denn, dass ›Amerika‹ davor liegt [www.startnext.de/start12].

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23. März 2012
von Birgit Schmidt-Hurtienne
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MORUS: Ein neues Museum für New York

Sam and Sadie Koenig Community Garden, NYC | Foto: Beyond My Ken

An Museen im Big Apple mangelt es wahrlich nicht und doch soll nun im New Yorker East Village noch ein neues hinzukommen: das »MORUS – Museum of reclaimed urban space«.

Geplant ist also kein weiterer »Musentempel«, sondern ein kleines, innovatives Geschichtsmuseum, das die Rückeroberung des öffentlichen Raumes durch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt dokumentieren will:

This small, innovative history museum and living archive will highlight how East Village community members and grassroots organizations stepped up and helped transform abandoned buildings and vacant lots into vibrant community spaces and thriving community gardens. Many of these grassroots, sustainable efforts spread to communities outside the neighborhood and can be seen today throughout the world.

In den vergangenen 25 Jahren haben die New Yorker Graswurzelbewegungen Hinterhof-Betonwüsten in öffentliche Gärten verwandelt, leerstehende Gebäude für die gemeinschaftliche Nutzung hergerichtet und Kunstwerke in ihrer eigenen Nachbarschaft geschaffen. Im MORUS soll diese beeindruckende Menge an Aktivitäten nicht nur dokumentiert werden, es soll auch eine Anlaufstelle für wissenschaftliche Forschung, z. B. zum Bereich Human Services, werden.

Wer mehr über das MORUS und seine zur Zeit laufende Crowdfunding-Aktion zur Finanzierung des Museums erfahren möchte, findet weitere Informationen auf der Website »MORUS – Museum of reclaimed urban space« und in diesem Film:

Ich finde den Blick über den großen Teich auf diese Initiative auch vor dem Hintergrund der hierzulande gerade entfachten »Kulturinfarkt«-Debatte interessant,  zu der ich an dieser Stelle nur die Rezension des umstrittenen Buches und den Kommentar von Prof. Birgit Mandel bei Kulturmanagement Network zitieren möchte. Während bei uns noch darüber gestritten wird, ob Laienkultur überhaupt »diskutabel« ist, errichten sich die New Yorker bereits selbst ein Museum dafür.

19. März 2012
von Birgit Schmidt-Hurtienne
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Kulturwirtschaftswege unterstützt Frankfurter Kultur-Tweetups

KultUp-Logo | Gestaltung: Birgit Schmidt-HurtienneAuf die Plätze, fertig, KultUp!
Auf Initiative der Kultur-PR-Expertin Ulrike Schmid und der freiberuflichen Medienwissenschaftlerin Tanja Neumann starten ab 22. März die Frankfurter Kultur-Tweetups.

Unter dem Namen »KultUp« und dem Motto »Tweet up your cultural life!« beginnen die Treffen für kulturinteressierte Twitterer und solche, die es werden wollen, am Donnerstag mit einer Kuratorenführung durch die Ausstellung »Warhol: Headlines« im Frankfurter Museum für Moderne Kunst. Was ein Kultur-Tweetup ist und bezwecken soll, hat Ulrike Schmid in diesem Gastbeitrag für »kulturkurier inside« ausführlich erklärt.

Die Frankfurter Kultur-Tweetups folgen dem Beispiel der erfolgreichen bayerischen »Museums-Tweetups« der Initiative »aufbruch. museen und
web 2.0«, über die ich bereits berichtet habe.

Allerdings sollen sich die Kultur-Tweetups in der Mainmetropole nicht auf gemeinsame Museumsbesuche beschränken, sondern auf neuartige und ungezwungene Art auch Einblicke hinter die Kulissen anderer Kultureinrichtungen ermöglichen.

Tweet up your cultural life!

Unser Wunschprogramm fürs nächste halbe Jahr sieht vor, dass wir

  • ein Museum besuchen,
  • im „Depotgeflüster“, mehr über Bücher erfahren,
  • ein Orchester oder eine Opernaufführung besuchen,
  • von einem Kurzfilmfestival zwitschern,
  • Theaterluft in einer der Werkstätten schnuppern dürfen,
  • ein Sammlungslager in Augenschein nehmen dürfen,
  • Und, und, und …,

so der Plan der Frankfurter KultUp-Organisatorinnen.

Wer Zeit und Lust hat, kann am 1. KultUp im Frankfurter MMK am Donnerstag von 12.30-13.30 Uhr live vor Ort oder via Twitter (@KultUp #ktwpffm) teilnehmen und die Führung und anschließende Diskussion mit dem Kurator über die Twitterwall verfolgen. Hier gibt es weitere Infos zum Event.

Neue Wege der Kulturvermittlung

Ich freue mich sehr, dass mit den Frankfurter Kultur-Tweetups eine weitere Möglichkeit geschaffen wird, Kultur sowohl unmittelbar (vor Ort) als auch mittelbar (im virtuellen Raum) auf unkomplizierte Art zu erleben und neues Publikum für die Kultur zu gewinnen. Deshalb – und als bekennender Tweetup-Fan – bin ich auch gerne Sponsor der Frankfurter Initiative und habe sie mit der Gestaltung des Logos unterstützt. Ich wünsche den Frankfurter KultUps einen fulminanten Start und für die Zukunft viel Erfolg bei ihrer innovativen Art der Kulturvermittlung.

1. März 2012
von Birgit Schmidt-Hurtienne
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UCW und Atelierhaus in Berlin müssen bleiben!

Christine Schmidt | pixelio.de

Christine Schmidt | pixelio.de

Das Berliner UCW – Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrum ist seit sieben Jahren im ehemaligen Gesundheitsamt, Sigmaringer Straße 1, in Charlottenburg-Wilmersdorf angesiedelt. Seit 2006 befindet sich dort auch das Atelierhaus sigmaringer1art. Außerdem ist die Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek des Stadtteils in diesem Gebäude zu finden.

Innerhalb kürzester Zeit hat sich die Adresse Sigmaringer Straße 1 nicht nur zu einem lebendigen kulturellen Zentrum, sondern auch zu einem Wirtschaftsfaktor im Kiez und zu einem frauenpolitischen Aushängeschild Berlins entwickelt.
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