Kultur und Social Media beim stARTcamp Köln 2014

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sckZum vierten Mal fand am 27. September das stARTcamp Köln – Barcamp1 für Künstler, Kultureinrichtungen & Kreative (#sck14) statt. Sabine Haas und Rouven Kasten von der result gmbh hatten die Organisation des Kölner Ablegers der stARTconference aus den bewährten Händen der Herbergsmütter Anke von Heyl, Wibke Ladwig und Ute Vogel übernommen, die in den vergangenen Jahren kreative Köpfe aus Kunst und Kultur zur »Unkonferenz« in der Rheinmetropole zum gemeinsamen Lernen, Brainstormen, Basteln und zum abschließenden Social Singing zusammengebracht hatten.

Flauschrausch am Rhein

Unter dem Motto #flauschrausch fanden sich in der Kölner Macromedia Hochschule in diesem Jahr rund 120 Wissbegierige aus der Kultur- und Kreativbranche ein. Zum diesjährigen Slogan schrieb Rouven Kasten im Vorfeld:

»Der sogenannte #Flausch war schon immer ein wichtiger Aspekt der vergangenen Kölner Camps, oder liebevoller gesagt: Das Netzwerken ist essenzieller Bestandteil. Dieser soll aber nicht die hochkarätigen Vorträge rund um das Thema ›Social Media für Kunst, Kultur und Kreative‹ in den Schatten stellen, sondern wie üblich die besondere Kölner Note ins Spiel bringen.«

Rouven Kasten und Sabine Haas bei der Eröffnung des #sck14

Der Spagat, einen professionellen Wissens- und Erfahrungsaustausch in flauschiger Atmosphäre mit lockerem Umgangston zu ermöglichen, ist dem neuen stARTcampKöln-Orgateam problemlos und perfekt (bis hin zur Auswahl des vorzüglichen und zuvorkommenden Catering-Services) gelungen. Bei der abschließenden Feedback-Runde zeigten sich sowohl erfahrene stARTcamp-Hasen wie auch die zahlreichen Barcamp-Newbies gleichermaßen begeistert.

Breites Themenspektrum

Aus den bereits im Vorfeld eingereichten Session-Vorschlägen enstand ein vielfältiges Session-Angebot, das von »Vine dich in den #Flauschrausch«, »Witzig in 140 Zeichen« und »Bloggen auf See« über Sessions zu Crowdfunding, Storytelling und Social-Media-Komposition bis hin zu Smart Places, Social TV Show und Whiskey-Tasting für jeden Geschmack etwas bereithielt ;-)

Klassik im Web beim #sck14

Besonders gefreut hat mich, dass mein Sessionvorschlag zum Nischenthema »Einsatzmöglichkeiten von Social Media für Orchester« angenommen wurde. So konnte ich einige Best-Practice-Beispiele und meine eigenen Erfahrungen zu diesem Thema vorstellen und mit den Session-TeilnehmerInnen anschließend diskutieren.

Da die Technik leider nicht wie erhofft funktionierte, reiche ich die ursprünglich geplante Präsentation zum Thema inklusive aller Links zu den genannten Beispielen an dieser Stelle nach:

Der sinnvolle Einsatz von Social Media für Orchester

WDR 3 im Social Web

Gleich im Anschluss ging es in der Session »Die Abenteuer von WDR 3 im Social Web« um die bisherigen Erfahrungen, die der Kultursender des Westdeutschen Rundfunks seit Anfang 2014 bei seinen Social-Media-Aktivitäten sammeln konnte. Wolfram Kähler (@kaehlerw) und Andreas Bindzus (@_lauschgift) stellten die Strategie des Senders vor und berichteten von teils überraschendem Rücklauf auf ihre Aktionen:

Die Social-Media-Aktivitäten von WDR 3 und die Interaktion des Senders mit dem Publikum beweisen, dass es gelingen kann, Interesse für Kultur, vor allem für die vermeintlich staubtrockene klassische Musik, zu wecken und mittels persönlicher Geschichten (auch aus dem Sender) Menschen dazu zu bewegen, über diese Themen miteinander ins Gespräch zu kommen.

Social Media Komposition

Im übertragenen Sinne ging es auch in der Session »Social Media Komposition« von Ilias Ntais (@enchoris) und Wibke Ladwig (@sinnundverstand) um klassische Komposition, nämlich um die einer Social-Media-Kampagne. In Gruppen aufgeteilt erarbeiteten die Teilnehmenden ansatzweise eine Kampagne, bei der sie die »Haupt- und Nebeninstrumente« und die Häufigkeit der Beiträge in den Social Networks kompositorisch festlegten: Die Vorlage von Ilias stellte sich dabei für einige als äußerst motivierend heraus:

Kulturvermittlung bei Tweetups

Das Thema Tweetup2 war mit zwei Sessions auffallend häufig vertreten beim #sck14. Da ich in meiner eigenen Session bereits die erfolgreichen KultUp-Proben-Tweetups (beim hr-Sinfonieorchester und Theater Heilbronn) vorgestellt hatte und über die »Do’s and Dont’s« (Session von @Johannes) bereits Bescheid weiß ;-) nutzte ich die Session von Anke von Heyl (@kulturtussi) und Filomena Lopedoto (@FLDus) zum Erfahrungsaustausch mit der (auffallend mit nur einem »Quotenmann« besetzten) Teilnehmerinnenrunde.

Ähnlich wie bereits in meiner eigenen Session zeigte sich in der Diskussion: das »Personal im Maschinenraum« der Kultureinrichtungen erkennt das Potenzial der neuartigen Kulturvermittlungsangebote via Social Media und würde es gerne nutzen, findet aber auf der »Brücke« einiger Kulturdampfer wenig Gehör. Nach wie vor scheint für manche Kultureinrichtungen die Nutzung von Social Media mit der Frage »Was bringt uns das?« verbunden zu sein und nicht mit der sinnvolleren Frage »Was bringt Social Media unseren Kunden?«3 bzw. welche Rolle kann die Nutzung von Social Media dabei spielen, die (Marketing-)Aktivitäten der Einrichtungen durch Wissensvermittlung und Kontaktaufbau und -pflege zum Publikum zu unterstützen.

Vorfreude aufs #sck15

Umso wichtiger finde ich es, dass Kultureinrichtungen, die bereits im Social Web aktiv sind, sich über ihre Erfahrungen austauschen, das Für und Wider diskutieren und sich neue Anregungen für ihre Arbeit holen. Zum Beispiel beim nächsten stARTcamp Köln am 26. September 2015.

Ich freue mich schon darauf!

PS: Weitere Berichte zum #sck14, wie z. B. der von Wibke Ladwig über ihre Storytelling-Session, werden im stARTcampKöln-Blog gesammelt und zu finden sein.

  1. Was ist ein Barcamp? Einfach erklärt! bei YouTube [01:35] []
  2. s. hierzu Kulturkonsorten (Hrsg): All You Tweet Is Love – Tweetups in Kultureinrichtungen []
  3. s. Treffpunkt Kulturmanagement »Social Media und der ROI: Passt das zusammen?« 10/2012, hier der Link zu den Folien []

arbeitet als selbstständige Projektmanagerin für Kunden aus der Kultur-, Verlags- und Medienbranche. Ihr Leistungsspektrum umfasst die Konzeption von Kulturvermittlungsprojekten und (Social-)Web-Präsenzen, Redaktion, Text und Webdesign. Seit 2009 beschäftigt sie sich intensiv mit den interaktiven Möglichkeiten des Social Web für Kultureinrichtungen, schreibt Artikel und hält Vorträge zu diesem Thema und co-organisiert seit 2012 die KultUp-Kultur-Tweetups. Sie betreibt das private Klassik-Blog WDRSOfan und ist im Web auch hier zu finden: Website | Facebook | Twitter | Google+ | Xing

2 Kommentare

  1. Süß wie beim WDR die Generationen aufeinanderprallen. Offline vs. Online

    • Skeptische Untertöne beim Hinweis auf den neumodschken Tüddelkram die Social-Media-Kanäle klingen bei manchen WDR3-Moderationen auch nach wie vor mit ;-)

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