Kulturwirtschaftswege unterstützt die stARTconference 2012

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Foto: Daniel Stricker | pixelio.de

Das Meer — seit ewigen Zeiten weckt es im Menschen die Sehnsucht, sich auf den Weg zu machen und zu erkunden, was es hinter dem fernen Horizont zu entdecken gibt. Was es auf dem weiten Meer des Social Web für Kultureinrichtungen und Kulturschaffende zu entdecken gibt, können Interessierte seit 2009 auf der jährlich stattfindenden Duisburger stARTconference erfahren.

Die stARTconference 2012 wird am 14./15. Juni bereits zum vierten Mal Menschen aus den Bereichen Kultur und Social Web zusammenbringen, die sich an den beiden Konferenztagen austauschen sowie voneinander und miteinander lernen wollen. Anlässlich des 500. Geburtstags des Kartografen Gerhard Mercator segelt die stART12 unter dem Motto »Navigare«:

»Das Web als Ozean der Möglichkeiten birgt für uns noch viele Geheimnisse. Als Nutzer des Social Web ähneln wir heute wohl eher Christoph Columbus als dem Kapitän eines modernen Containerschiffs. Technik, Software und Konzepte sind noch viel zu neu, zu unübersichtlich und zu sehr im Wandel, um bereits auf Patentrezepte zurückgreifen zu können. Wenn wir ehrlich sind, wissen wir noch nicht einmal, dass es ›Indien‹ überhaupt gibt. Geschweige denn, dass ›Amerika‹ davor liegt [www.startnext.de/start12].

Was macht die stARTconference so besonders?

»Am Anfang war die Kooperation« ist ein Artikel in der NZZ vom 4.4.2012 überschrieben, der sehr anschaulich erläutert, dass die menschliche Fähigkeit zur Kooperation nicht nur sein Überleben sicherte, sondern auch maßgeblich zur Sprachentwicklung beigetragen hat, die es uns ermöglicht, erworbenes Wissen zu teilen und an die nächsten Generationen weiterzugeben.

»Schimpansen haben kein Interesse daran, ihren Artgenossen Hinweise zu geben, die für diese nützlich sein könnten. Sie sind nämlich überzeugt, dass die anderen die erhaltene Information ausschliesslich zum eigenen Vorteil verwenden würden. Im Gegensatz hierzu gründet die Kommunikation des Menschen auf Vertrauen: Ich erzähle dir etwas, von dem ich annehme, es könnte dich interessieren oder für dich von Vorteil sein. Und umgekehrt gehe ich davon aus, dass du aus genau denselben Gründen mir Informationen zukommen lässt«,

erklärt der Evolutionspsychologe Michael Tomasello im Interview mit Nicola von Lutterotti im erwähnten NZZ-Artikel.

Was hat das mit der stARTconference zu tun? Die stARTconference ist vor allem eines: kein Monkey Business. Sie erfüllt das zutiefst menschliche Bedürfnis nach Informationsaustausch und Kooperation, bietet seit Jahren nützliche Informationen und Denkanstöße sowie die Möglichkeit, sich auf unkomplizierte Art zu vernetzen, um im Gespräch und in Kontakt zu bleiben. Zudem hat sie als Initialzündung für viele Initiativen gewirkt, die den stART-Gedanken bei stARTcamps und stARTtogethers in Städten wie Dresden, Köln, München und demnächst Berlin und Frankfurt kontinuierlich weitertragen (werden).

Wie wichtig Austausch und Kooperation nach wie vor und gerade zwischen Menschen aus dem Kultur- und Social-Web-Bereich ist, liegt auf der Hand. In seinem engagierten Kommentar und Gegenmodell zur Kulturinfarkt-Polemik  hebt das auch Christoph Deeg hervor.

Dass die stARTconference hierfür ein richtiger und wichtiger Treffpunkt ist, kann ich als stARTerin der ersten Stunde nur bestätigen. Ich habe mich mich darüber bereits hier und hier und hier ausgelassen.

Auf zur stART12!

Bei der stART12 gibt es nur einen Haken: Finden sich bis zum 15. April nicht genügend Menschen, die Sehnsucht nach einer zweitägigen Entdeckungsreise auf dem Social-Web-Meer verspüren, und bereit sind, bei der stART12 -Crowdfunding-Kampagne »anzuheuern«, wird sie nicht stattfinden.

In einem für die stARTconference typischen Experiment, versuchen die Initiatoren, die stART12 mittels Crowdfunding zu finanzieren.  Wie das genau funktioniert und wie einfach Kultureinrichtungen auch auf diesem neuartigen Weg an ihre Konferenztickets kommen, steht hier beschrieben. Weitere Informationen finden sich auf der Website der stARTconference und der startnext-Projektseite.

Ich wünsche der stARTconference natürlich, dass sie auch in diesem Jahr bei vielen Kultureinrichtungen und Kunstschaffenden die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer wecken kann, auf dass diese sich anschließend daran machen werden, tragfähige Schiffe oder eine gemeinsame Arche zu bauen ;-)

Als Sehnsuchtswecker steuere ich abschließend gerne noch Monsieur
Charles »La Mer« Trénet bei:

 

arbeitet als selbstständige Projektmanagerin für Kunden aus der Kultur-, Verlags- und Medienbranche. Ihr Leistungsspektrum umfasst die Konzeption von Kulturvermittlungsprojekten und (Social-)Web-Präsenzen, Redaktion, Text und Webdesign. Seit 2009 beschäftigt sie sich intensiv mit den interaktiven Möglichkeiten des Social Web für Kultureinrichtungen, schreibt Artikel und hält Vorträge zu diesem Thema und co-organisiert seit 2012 die KultUp-Kultur-Tweetups. Sie betreibt das private Klassik-Blog WDRSOfan und ist im Web auch hier zu finden: Website | Facebook | Twitter | Google+ | Xing

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