Kunstvermittlung 2.0: Die Einsatzmöglichkeiten von Social Media im Orchester

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Mein Beitrag in „Kunstvermittlung 2.0“: „Die Einsatzmöglichkeiten von Social Media im Orchester“ – das hr-Sinfonieorchester hat sie bereits erfolgreich erprobt (Foto: hr/Ben Knabe)

Mein Beitrag in Kunstvermittlung 2.0: Die Einsatzmöglichkeiten von
Social Media im Orchester
– das hr-Sinfonieorchester (Foto: hr/Ben Knabe) hat sie bereits
erfolgreich erprobt

Im November 2013 fand an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) das 4. Viadrina Kulturmanagement Symposium zum Thema Kunstvermittlung 2.0: Neue Medien und ihre Potenziale statt. An den beiden Veranstaltungstagen wurden die mit den Neuen Medien verbundenen Möglichkeiten für die Vermittlungsarbeit von Kultureinrichungen diskutiert und auf ihre Eignung für die Gewinnung, Entwicklung und Bindung von Besucherinnen und Besuchern beleuchtet.

Nun ist ein gleichnamiger Herausgeberband erschienen:

»Die in diesem Buch versammelten Beiträge greifen nicht nur die wichtigsten Erkenntnisse dieser Veranstaltung auf, sondern vertiefen bestimmte Fragestellungen und weisen auf weitere wichtige Aspekte im Zusammenhang mit diesem aktuellen Thema hin«,

so die Herausgeberinnen Andrea Hausmann und Linda Frenzel im Vorwort (einzusehen hier, Inhaltsverzeichnis s. u.).

Zu diesem aktuellen Kompendium durfte ich den Beitrag »Die Einsatzmöglichkeiten von Social Media im Orchester« beisteuern, in dem ich anhand von Best-Practice-Beispielen das Potenzial und die erfolgreiche Nutzung sozialer Medien zur Vermittlung der Arbeit im Orchester vorstelle.

Entdecke die Möglichkeiten: Social Media im Orchester sinnvoll nutzen

Anhand vieler positiver Anwendungsbeispiele zeige ich das enorme Potenzial auf, das im sinnvollen Einsatz der Neuen Medien besteht – vor allem darin, reale Ereignisse zu schaffen, über die via Social Media gesprochen und interagiert werden kann.

Besonders hervorragend ist dies z. B. dem Podium Festival Esslingen gelungen1. Dessen junges Team schaffte es mit schier unerschöpflichem Ideenreichtum und der perfekten Verknüpfung von Online- und Offline-Aktivitäten bei minimalem Budget ein »webbasiertes Community-Festival« zu etablieren. Unter Einsatz der kompletten und fein abgestimmten Social-Media-Palette.

Als Beispiele für die effektive Nutzung der Videoplattform YouTube und des Kurznachrichtendienstes Twitter sind das BBC Philharmonic Orchestra 2,3  und das London Symphony Orchestra4 vertreten sowie das hr-Sinfonieorchester5 und das Theater Heilbronn6, die als Vorreiter in Deutschland beide mit großem Erfolg Interessierte vor Ort und »an ihren Empfangsgeräten« via Tweetup an einer Probe teilhaben ließen.

Brand Advocates7, wie Orchestrasfan alias Ulrike Schmid8 und Sarah Willis, Hornistin der Berliner Philharmoniker9, beweisen, dass für Orchester auch mittelbare Wege denkbar sind, im Social Web präsent zu sein, selbst wenn sie dort nicht mit eigenen Profilen vertreten sein können oder wollen – nämlich mit Hilfe ihrer »Freunde und Förderer im Netz«.

Nicht alles muss, aber vieles kann ;-)

„Wenn du als Orchester immer nur dein Programm herunterspielst, wirst du ganz schnell langweilig. Der Anspruch der Menschen ist heute ein anderer“,

ist Harald Lux, der Vorsitzende der Remscheider Orchesterfreunde überzeugt10. Für Orchester bedeutet dies, dass sich Management und MusikerInnen nicht nur zusätzlich zu ihren originären Tätigkeiten als Musikvermittler engagieren müssen, sie müssen darüber hinaus erst einmal Aufmerksamkeit gewinnen, damit sie im Überangebot der Freizeitaktivitäten überhaupt wahrgenommen werden. Zum Glück bieten Social Media die Möglichkeit, nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch direkten Kontakt herzustellen, um sich mit dem interessierten Publikum von heute und morgen vernetzen und austauschen zu können.

Let’s talk!

Wer mit mir über den Einsatz von Social Media im Orchester diskutieren möchte: Beim stARTcamp Köln, dem Barcamp für Kulturschaffende, Künstler und Kultureinrichtungen (27. September 2014), habe ich eine Session zum Thema vorgeschlagen. Außerdem freue ich mich über Kommentare und Fragen hier im Blog oder im Social Web (Kontaktmöglichkeiten).

Bibliografische Angaben

Birgit Schmidt-Hurtienne:
Die Einsatzmöglichkeiten von Social Media im Orchester

in:
Hausmann, A./Frenzel, L. (Hrsg.)
Kunstvermittlung 2.0: Neue Medien und ihre Potenziale
Springer VS, Wiesbaden 2014
ISBN 978-3-658-02868-8

Inhaltsverzeichnis:

  • Kunstvermittlung 2.0: Konzeptionelle Überlegungen und empirische
    Ergebnisse (Andrea Hausmann und Linda Frenzel)
  • Status quo zur Kunst- und Kulturvermittlung in und außerhalb des
    Web 2.0 (Birgit Mandel)
  • Museumsvermittlung mit Social Media – webbasierte Partizipation auf
    neuen Wegen (Bianca Bocatius)
  • Kunstvermittlung im Museum: Jugendliche mit Social Media für
    Kunst gewinnen (Tanja Binder)
  • Museumsmarketing im Web 2.0: Ein Erfahrungsbericht aus dem
    Museum Kunstpalast (Barbara Wolf)
  • Bildpaten 2013: Neue Wege der Kunstvermittlung (Nadine Oberste-Hetbleck)
  • Museum ohne Grenzen – Multimediale Anwendungen und
    Barrierefreiheit in der Berlinischen Galerie (Diana Brinkmeyer)
  • Erfolgsfaktor Benutzerfreundlichkeit – Medieneinsatz im Museum (Etta Grotrian)
  • Die Einsatzmöglichkeiten von Social Media im Orchester (Birgit Schmidt-Hurtienne)
  • Werkzeuge des Social Web: Strategien und Potenziale der öffentlichen
    Kommunikation (Karin Janner)
  • Digital Storytelling: Mit der Kraft des Erzählens Besucher begeistern
    und binden (Sebastian Hartmann)
  • Möglichkeiten der Neuen Medien für die Kulturpublikumsforschung Patrick Glogner-Pilz und Felix Christian Kolb)
Quellenangaben
  1. Katharina Ess (Podiumfestival) auf der stART11 []
  2. YouTube BBC Philharmonic – Meet The Musicians []
  3. Twitter Interview von Ulrike Schmid zur Aktion @BBCPhilharmonic on tour []
  4. »historischer« Twitter-Account @LSOonTour1912 []
  5. KultUp (5) beim hr-Sinfonieorchester – „Experiment mit frappierendem Charme []
  6. KultUp (8) im Theater Heilbronn – Twittern von den Brettern, die die Welt bedeuten []
  7. Christian Henner-Fehr: Die überschätzten Influencer []
  8. Das etwas andere Interview – @orchestrasfan fragt @orchestrasvoice, Konzert-Couch []
  9. Sarah’s Horn-Hangouts, Sarah’s Prelude & Food []
  10. Christoph Plass im Gespräch mit Harald Lux, Vorsitzender der Remscheider Orchesterfreunde, in: Das Orchester, 12/2013, S.20 []

arbeitet als selbstständige Projektmanagerin für Kunden aus der Kultur-, Verlags- und Medienbranche. Ihr Leistungsspektrum umfasst die Konzeption von Kulturvermittlungsprojekten und (Social-)Web-Präsenzen, Redaktion, Text und Webdesign. Seit 2009 beschäftigt sie sich intensiv mit den interaktiven Möglichkeiten des Social Web für Kultureinrichtungen, schreibt Artikel und hält Vorträge zu diesem Thema und co-organisiert seit 2012 die KultUp-Kultur-Tweetups. Sie betreibt das private Klassik-Blog WDRSOfan und ist im Web auch hier zu finden: Website | Facebook | Twitter | Google+ | Xing

6 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen Hinweis bzw. das Aufmerksammachen auf die Publikation! Neuer Lesestoff für die Zeit nach den Hausarbeiten ;)

  2. Liebe Birgit,
    hach, da schlägt das Fanherz höher. Freut mich sehr, dass „mein Orchester“ und ich so prominent vertreten sind in dem Artikel.

    Liebe Grüße
    Ulrike

    • Das waren/sind ja auch Leuchtturmprojekte. Obwohl „dein Orchester“ ja langsam mal nachlegen könnte, der Proben-Tweetup ist ja schon ein Weilchen her ;-)))

  3. Hallo Birgit,

    ein wirklich spannender Beitrag!
    Ich bin vor ein paar Tagen über ein anderes Projekt gestossen, welches dich unter Umständen auch interessieren könnteÖ Auf http://www.yourstage.tv gibt es eine kostenlose App in welcher nahezu alle neuen Medienmöglichkeiten ausgeschöpft werden, um über Interaktion die Orchesterinstrumente und das Thema sinfonische Dichtung kennenzulernen.
    Schau es Dir mal an!

    • Hallo Janpete, es freut mich, dass dir mein Beitrag gefällt! Vielen Dank auch für deinen Tipp. Ich habe gleich mal kurz reingeschaut und finde es sehr schön gemacht. Das werde ich mir noch mal genauer ansehen! Viele Grüße, Birgit

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