manomama sucht Maschinenpaten

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»Crowdfunding: Brauchen wir noch Banken?« ist der Beitrag überschieben, den ich vor etwas mehr als einem Jahr hier veröffentlicht habe. Anlass für den Beitrag war u. a. eine Bemerkung von Stéphane Hessel, die er in einem von der ZEIT dokumentierten Gespräch mit Richard David Precht äußerte und die ich hier noch einmal wiederholen möchte:

»Aber es entsteht Neues, wenn Produzenten und Konsumenten zusammenkommen und sagen: Wir brauchen keine Bank, wir können uns gegenseitig helfen. […] Brauchte es dafür einen neuen Menschen? Oder könnte es derselbe Mensch sein, der sich selbst und die anderen anerkennt?« [Die Zeit, »Wir brauchen einen neuen Aufbruch!«, 1.6.2011, S.58]

Es entstand Neues

Der Anlass, den heutigen Beitrag zu schreiben, ist unerfreulich und erfreulich zugleich. In höchstem Maße unerfreulich sind die Erfahrungen, von denen die Augsburger Unternehmerin Sina Trinkwalder berichtet. Sie hat mit ihrem Unternehmen manomama zwar bewiesen, dass am totgesagten Textilstandort Augsburg erfolgreich öko-soziale Kleidung produziert werden kann und dort in kürzester Zeit mehr als 50 Arbeitsplätze geschaffen. Allerdings ohne Unterstützung von Banken und Politik, von denen sie sagt: »Ich habe es nicht dank ihnen geschaftt, sondern trotz ihnen« [SZ, 20.7.2012]. In höchstem Maße unerfreulich ist auch, dass ihr unternehmerisches Credo »Es geht nicht um Gewinne, sondern um Arbeit für Menschen« [ebd.] nach wie vor von Banken und Politik belächelt wird. In höchstem Maße unerfreulich ist zudem, dass sie zwar mit Preisen überhäuft wird, ihr aber die notwendigen Förderungen und Kredite zur Anschaffung weiterer Maschinen und zur Schaffung weiterer Arbeitsplätze nach wie vor verweigert werden.

Wo bleibt das Positive?

manomama sucht Maschinenpaten

www.maschinenpaten.de

Der erfreuliche Anlass, diesen Beitrag zu schreiben ist die Erkenntnis, dass Stéphane Hessel recht hat mit seiner Aussage: »Wir brauchen keine Bank, wir können uns gegenseitig helfen«. Denn genau das passiert seit Beginn der manomama-Aktion »Maschinenpaten«, bei der bereits 22.173 Euro (Stand 27.7.) gespendet wurden. Hierzu kommentiert Sina Trinkwalder auf der manomama-Facebook-Seite:

»Ihr lieben, das sind round about 17 Maschinen, da uns unser Maschinenhändler ebenfalls entgegengekommen ist. Als seinen Beitrag zu unserem Projekt. Ich bin ganz hin und weg.Unser Ziel ist schon bald erreicht. Dank eurer großartigen Hilfe!«

Und noch einmal kann ich Stéphane Hessel nur bestätigen: Es braucht tatsächlich keinen neuen Menschen, um etwas zu bewegen, um anderen Wertschätzung und Anerkennung entgegenzubringen und die Welt jeden Tag ein bisschen besser zu machen. Mit diesem Anliegen ist Sina Trinkwalder angetreten und dabei unterstütze ich sie und ihr Team sehr gerne.

Bis zum 3. August besteht noch die Möglichkeit, Maschinenpate zu werden und ich drücke fest die Daumen, dass sich  noch weitere Kreditgeberinnen und Kreditgeber für die benötigten 60.000 Euro  finden!

arbeitet als selbstständige Projektmanagerin für Kunden aus der Kultur-, Verlags- und Medienbranche. Ihr Leistungsspektrum umfasst die Konzeption von Kulturvermittlungsprojekten und (Social-)Web-Präsenzen, Redaktion, Text und Webdesign. Seit 2009 beschäftigt sie sich intensiv mit den interaktiven Möglichkeiten des Social Web für Kultureinrichtungen, schreibt Artikel und hält Vorträge zu diesem Thema und co-organisiert seit 2012 die KultUp-Kultur-Tweetups. Sie betreibt das private Klassik-Blog WDRSOfan und ist im Web auch hier zu finden: Website | Facebook | Twitter | Google+ | Xing

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